Schweizerischer Eisenbahn-Amateur-Klub Zürich SEAK

Die Vereinigung der Eisenbahnfreunde

 
 





Sechseläuten-Exkursion nach Samstagern und Rikon


Text und Aufnahmen von André Cochard


Die Sechseläuten-Exkursion zur SOB in Samstagern und zu den On3 Trainbuffs Switzerland war einmal mehr eine gut organisierte Exkursion mit viel interessanten Details, ganz besonders in der Werkstätte der SOB. Auch der gemütliche Teil auf der Terrasse im Restaurant „Steinbock“ in Rapperswil war ein schönes Erlebnis, mit toller Sicht auf den Zürichsee, Seedamm und Alpen. Dazu gehörte auch das ausgezeichnete Essen begleitet vom ganz edlen“Rapperswiler-Pinot Noir“. Das Nachmittagsprogramm bei den On3 Trainbuffs Switzerland war nochmals ein Aha-Erlebnis. Modelleisenbahnen vom feinsten und schönstem wurden da geboten, auf einer Fläche die alle Modellbahner neidisch werden lassen. Ein herzliches Dankeschön an die Organisatoren, auch für die Rücksichtnahme für die weniger schnellen Seakler. Das ist für mich immer wieder ein schönes und dankbares Erlebnis.






Besuch des HB Zürich


Text und Aufnahmen Bernhard Ledermann


Werden wir von einem ausländischen Eisenbahnfreund angefragt, welchen Bahnhof er bei uns in der Schweiz für das Fotografieren auswählen soll, damit er zugsmengenmässig auf seine Rechnung kommt, antworten wir ihm ganz klar „Zürich Hauptbahnhof“.

   

Zürich Hauptbahnhof (kurz Zürich HB, bis 1893 Bahnhof Zürich) in Zürich ist der grösste Bahnhof der Schweiz. Er ist nicht nur Bahnknotenpunkt für Züge aus der Schweiz und deren Nachbarländern, sondern mit seinen mehr als 2900 Zugfahrten pro Tag und den ca. 485‘000 Passagieren, die den HB pro Tag, wie der Bahnhof von den Stadtzürcherliebevoll genannt wird, täglich benutzen, ist er zugleich einer der meistfrequentierten Bahnhöfe der Welt.

Begonnen hat alles am 09. August 1847 mit der Inbetriebnahme der Spanisch-Brötli-Bahn nach Baden. 1871 wurde der damalige Bahnhof infolge gestiegenen Frequenzen ersetzt durch die heutige alte Bahnhofshalle. Zwischen 1923 und 1927 elektrifizierten die SBB alle Linien von/nach Zürich. Die jetzige Querhalle und die Perronhalle aus Eisen und Glas in siebeneinhalb Bögen und den 16 Gleisen (heute Gleise 3-18) entstand 1933. Die nächsten grösseren Ausbauten waren der unterirdische DurchgangsbahnhofMuseumstrasse mit den Gleisen 41-44, der am 27. Mai 1990 mit der Einführung der S-Bahn Zürich dem Betrieb übergeben wurde. Weiter wurde per gleichem Datum auch die Sihltalbahn (SZU) ins Untergeschoss des HB unter dem Shopville mit den heutigen Gleise 21-22 eingeführt. Der letzte grössere Ausbau resp. bautechnische Ergänzung ist der Bahnhof Löwenstrasse mit den Gleisen 31-34. Dieser unterirdische Durchgangsbahnhof wurde etappenweise ab dem Juni 2014 dem Betrieb übergeben. Mehr dazu kann auch via Wikipedia entnommen werden.

Damit im HB alles, wie wir es uns gewohnt sind abläuft, nicht nur eisenbahnmässig sondern auch für die zahlreichen Geschäfte inkl. deren Logistik, Strom, Sanitär, etc. braucht es eine perfekte Organisation verteilt auf mehrere Ebenen. Die SBB bieten der sich interessierenden Öffentlichkeit via Homepage mittels geführten Touren im HB einen Blick hinter die Kulissen. Dieses Angebot buchte am Samstag, 28. Januar 2017 der Schweizerische Eisenbahn-Amateur-Klub (SEAK) für seine vormittägliche GV-Exkursion.

Im Ausstellungsraum begrüssten die Herren Peter Fleischmann und Samuel Keller von den SBB die 34 köpfige Delegation des SEAK’s. (Bild 1670) Nach einer Präsentation durch die Geschichte des im August d. J. 170 Jahre alten Bahnhof Zürich inkl. Filmvorführung begann die Führung durch den HB mit zwei Gruppen. Was die SEAKler alles entnahmen war beeindruckend und zugleich auch auf die beiden Referenten zurückzuführen, welche mit ihrer begeisterten Art der Führung schnell die Herzen der beiden Gruppen an diesem kalten Morgen erwärmen konnten.

 

Das Bild 1672 in der Passage Sihlquai bei der Rolltreppe vom/zum Gleis 18, Sektor C zeigt nicht etwa Arbeiten, welche noch nicht abgeschlossen wären, sondern die SBB versuchten so den Menschen, welche den HB frequentieren einen Blick in die Technik, welche auch hier dahinter steckt zu geben. Doch in der nahen Zukunft werden diese Apparaturen durch Deckenverschalungen abgedeckt.  


Das beim Bau der Durchmesserlinie mit dem Bahnhof Löwenstrasse mehrere Abteilungen der SBB involviert waren zeigt das Bild 1674 zwischen der Passage Sihlquai und der noch leeren Flächen in der Halle Sihlpost, welche weiter zu den Gleisen 31/32 und 33/34 führen. An dieser Passage sind die SBB Immobilien federführend resp. die Flächen hier sind für zusätzliche Gewerberäume vorgesehen. 

 

Auf den Bilder 1676...1679 befinden wir uns im Durchgangsbahnhof Löwenstrasse mit der DML nach Zürich-Oerlikon wo uns Herr Samuel Keller wissenswertes über den Bau, Architektur und Design vermittelte. So sehen wir auf den Geleisen 31 und 34 die IC 812 Romanshorn – Brig  mit einem motorisierten Modul verstärkt und auf dem Gleis 34 den einfahrende IC 811, Brig – Romanshorn. Weiter werfen wir eine Blick auf die feste Fahrbahn und die Fahrleitung mit den Stromschienen. Auf dem Bild 1679 sehen wir zwischen der zweiten Bahnhofsuhr neben dem schräg designen Lift auch das Gefälle von 25 Promille im Weinbergtunnel, welcher unter (!) der Limmat hindurchführt – bevor er mit bis zu 35 Promille nach Zürich-Oerllikon ansteigt. Weiter befinden sich oberhalb der im Bild 1679 zweiten resp. hintersten  Bahnhofsuhr die Prellböcke der Gleise 3-18 im Sackbahnhof des HB’s. Weiter wurden diese Arbeiten auch von den zuständigen Personen von „Stuttgart 21“ verfolgt um Fachwissen und Erfahrungen für ihr Projekt von „Zürich“ zu übernehmen.

 

Das Bild 1680 zeigt mittels den unterschiedlichen Böden die Teile der SBB (hell) und Stadt Zürich (dunkel) im Zürcher Hauptbahnhof.

 

Sind wir ehrlich – wer den oberirdischen HB frequentiert schätzt sicher die grosse Tafel mit den Abfahrtszeiten je separat für den Fernverkehr und die S-Bahn Zürich umso zu dem gewünschten Zug zu gelangen. Doch hat man Zeit einen Blick auf die nun auch schon 84 Jahre alten Bögen zu werfen? Oder auf die schön gestalteten Innenausstattungen in der alten Halle wo u. a. auch ein Geldwechsel-Schalter, Tourismus-Info, diverse Restaurants wie das legendäre Buffet und andere Geschäfte untergebracht sind wie auf den Bilder 1684 und 1685? Sicher jetzt unter der fachkundigen Führung von Herrn Samuel Keller. Die Flächen der alten Halle von 1871 werden ja schon seit längerem für Veranstaltungen und als Ausstellungsflächen wie u.a. für den Weihnachtsmarkt verwendet.


Weiter sehen wir auf dem Bild 1686 den Gotthard-EC 17 nach Milano C zu einer Unzeit. Infolge Bauarbeiten zwischen Thalwil und Baar wurde er über das Freiamt als EC 30017 umgeleitet und verliess den HB bereits um 10.46 Uhr anstatt wie üblich um 11.09 Uhr.

 

Damit die Kunden in den über 190 Geschäften im Shopville auch zu ihren gewünschten Artikel kommen, braucht es auch eine entsprechende Logistik wie auf dem Bild 1688 die Rampen im 2. UG welche auch von den Grossverteiler Migros und Coop benutzt werden. In den Technikräume sind auch die Heizungen, Kühlungsanlagen etc. untergebracht wo auch Wasser aus der Limmat einberechnet ist wie auf dem Bild 1692.  


Das Abschlussbild 1690 zeigt die goldene Säule am Eingang der alten Halle von 1871. Dieser Punkt ist das Symbol der Tarifkilometerzählung auf dem Schweizer Bahnnetz.  


Nach dieser Führung ist jedem einzelnen noch mehr bewusst – was es alles braucht und was dahinterstecken muss, damit der tägliche Betrieb im Zürich HB so abläuft wie wir es alle erwarten resp. für viele selbstverständlich ist resp. sein sollte.



Und einige ergänzende Bilder von André Cochard