Schweizerischer Eisenbahn-Amateur-Klub Zürich SEAK

Die Vereinigung der Eisenbahnfreunde

 
 


Aufnahmen und Text Bernhard Ledermann


Der Umbau des BLS-Bahnhofes Wabern


Liebe Eisenbahnfreunde

Aktuell wird auf dem Netz der BLS AG viel gebaut, wo ich Euch u.a. schon über die neue Fahrbahn im Lötschberg-Scheiteltunnel und von der Erneuerung des Saaneviaduktes berichtet habe.

Doch die BLS investiert auch in Projekte, welche u.a. der Beseitigung von Nadelöhre auf der S-Bahn Bern dienen wie z. B. in Wabern, wo für 70 Millionen Schweizer Franken der Abschnitt von Wabern nach Kehrsatz Nord auf Doppelspur ausgebaut wird. Mehr über dieses Projekt mit deren Eckdaten könnt Ihr ab der BLS-Homepage unter dem folgenden Link https://www.bls.ch/de/unternehmen/projekte-und-hintergruende/bauprojekte/doppelspurausbau-wabern-kehrsatz entnehmen wo seit dem Frühling 2018 gebaut wird. Grund genug auch hier ein gutes halbes Jahr vor der Beendigung der Arbeiten einen Augenschein zu nehmen und zugleich auch ein wenig historisch zurück auf die Station Wabern auf der Bahnlinie von Bern via Belp durch das Gürbetal nach Thun zu werfen.

Denn bevor die BLS vor gut zwei Jahren mit den Arbeiten begann, wurde in Wabern seit der Eröffnung der damaligen Gürbetalbahn (GTB) im Jahre 1901 schon mehrmals erweitert resp. ausgebaut. So nahm am 01. Juni 1906 die ehemalige Gaswerkbahn in Bern mittels einem 2,433 km langen Anschlussgleis von der damals genannten Station Grosswabern ins Marzili in Bern zum dortigen Gaswerk auf, dabei wies diese Strecke welche bis Ende 1967 betrieben wurde eine maximale Steigung von 35,4 Promille auf. Mit der Einführung des flächendeckenden, integralen Taktfahrplanes in der Schweiz im Mai 1982 stand fest das Wabern als Kreuzungsstation im unteren Teil der Gürbetallinie figurieren wird. Um diese Aufgabe wahrzunehmen musste die Station ausgebaut werden. Dazu bewilligte der Verwaltungsrat der Gürbetal-Bern-Schwarzenburg-Bahn (GBS), welche 1944 aus der Fusion der damaligen Gürbetalbahn (GTB) und der Bern-Schwarzenburg-Bahn (BSB) entstand und 1997 in die BLS AG überging an den Herbstsitzungen im Jahre 1980 einen Kredit von 4,5 Millionen Schweizer Franken, welcher aus Mitteln der IV.  Investitionshilfevereinbarung von Bund und Kantone laut damals gültigen Eisenbahngesetz erfolgte. In der Zeitspanne vom Juni 1981 bis Ende 1983 erhielt die Station Wabern das Aussehen bis im Frühjahr 2018 u.a. mit einem 5,9 m breiten und 150 m langen Zwischenperron sowie einem zusätzlichen dritten Gleis mit einer Nutzlänge von 330 m Länge. Der Zwischenperron konnte schienenfrei erreicht werden, jedoch liessen die knappen Platzverhältnisse keine rollstuhlgängigen Rampen zu.

Am 04. Mai d.J. bei schönen Frühlingswetter nahm ich an der Baustelle Wabern einen Augenschein. Auf dem Bild 8789 sehen wir den FV-MUTZ, RABe 515 034-7 als S3-15355, Belp - Bern - Biel/Bienne während dem Zwischenhalt in Wabern. Der vor knapp 40 Jahre erstellte Mittelperron wurde bereits abgetragen und wird durch zwei überdachte 220 m lange Aussenperrons ersetzt, wo links im Bild am Aussenperron am Gleis 3 gearbeitet wird. Weiter sehen wir auch die aktuell provisorische Gleisgeometrie sowie das Aufnahmegebäude aus der GTB-Zeit, welches erhalten bleiben solle. Auf dem folgenden Bild 8790 durchfahren die RABe 525 024-6 und 019-6 die Baustelle Wabern als S44-16448, Solothurn/Sumiswald - Burgdorf - Bern - Belp - Thun in Richtung Eingangstor zum Berner Oberland. Wir beachten die in den 1980er Jahren erstellte Stützmauer sowie der Neubau der Wohnsiedlung Gurtenbühl. Alles Punkte die auch im laufenden Ausbauprojekt eine entscheidende Rolle spielten. Während der Durchfahrt der S44-16448 mit reduzierter Baustellengeschwindigkeit von 40 km/h konnte sich der Verfasser auf der Überführung Dorfstrasse "abdrehen" und einen Blick mit dem Bild 8791 in Fahrrichtung Kehrsatz werfen wo wir links den Unterbau der ehemaligen Anschlussgleise 13 mit einer Nutzlänge von 39 m vorne sowie den Gleisen 12 und 11 (von links nach rechts) sehen, welche auch von der Gaswerkbahn benutzt wurden. Infolge der Ausbauarbeiten zur durchgehenden Doppelspur nach Kehrsatz Nord ist der Schienenstrang des Gleis 3 rechts aktuell abgetragen. 


Nach einem gut viertelstündigen Fussmarsch in Richtung Bern Weissenbühl erreichte ich auf dem Bild 8792 bei Bahn-km 5,892 den bewachten Bahnübergang Frischingweg wo der RABe 515 019-8, unterwegs als S3-15352 von Biel/Bienne nach Belp den neuen Doppelspurabschnitt in Richtung Station Wabern befährt, deren Gleisanlagen wurden bereits in der zweiten Jahreshälfte 2019 dem Betrieb übergeben. Da in Wabern trotz Baustelle weiterhin Zugskreuzungen stattfinden zeigt das folgende Bild 8793 mit den RABe 525 020- und 021-2, welche als Flügel-S44-16453 von Thun her in Richtung Bern -Burgdorf -Solothurn und Sumiswald unterwegs sind. Wir beachten hier die Fahrleitungsanlagen mit Abspannjoch mittels doppelter Abspannung. (Fahrdraht und Tragseil) sowie die Wohnsiedlungen Funk- und Kirchstrasse welche in der ersten Hälfte der 1970er Jahre erbaut wurden.


Beim Bahnübergang Grünaustrasse bei km 7,186 sehen wir auf dem Bild 8797 die S3-15356, Biel/Bienne - Bern - Belp mit RABe 515 025-5 vor dem "Kolma-Gebäude" dahinter verliefen das Industriegleise 14 und 16 zur damaligen Gaswerkbahn. Heute sieht man infolge der Ausbauten der Industriegebäude keine Überreste des ehemaligen Trasses mehr. Auf diesem Abschnitt sind die Arbeiten zur Doppelspur grösstenteils schon abgeschlossen. Eine knappe halbe Stunde später sehen wir den gleichen MUTZ unterwegs auf dem Bild 8799 als S3-15363 auf dem Doppelspurabschnitt Wabern - Kirchstrasse - Frischingweg. Links hinter den Bäumen befand sich im Stationsareal Wabern die Anschlussgleis 5 zur ehemaligen Brauerei Gurten AG mittels einer elektrischen Aufzugsanlage zum Abtransport von den Aluminiumtanks von der Station Wabern zur Brauerei. 


Dazu ist noch zu erwähnen das dieses Gleis erst 1939 elektrifiziert wurde, bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Manöver mit der Dampflok vom Typ E 3/3 der Gasfabrik ausgeführt, was für die damalige Gürbetalbahn (GTB) mit Einschränkungen verbunden war, da sie auf die Stillstände der E 3/3 im Bahnhof Grosswabern achten musste. Das Abschlussbild (882973) widmen wir dem Historischen. Denn die Dampflokomotive des Typ E 3/3 stand 55 Jahre für die Gaswerkbahn im Einsatz. Sie blieb bis zum Rückbau des Gleises zum Gaswerk im Jahre 1970 in derem Grossraum. Sie kam dann zur Firma WIFAG wo sie von einer Gruppe von Lehrlingen revidiert wurde. Dann gelangte sie zur Dampfbahn Bern (DBB) wo sie auch lange in Laupen für Extrafahrten auf der Sensetalbahn stationiert war. Ersetzt wurde sie 1961 durch eine dieselelektrische Lokomotive vom Typ Em 2/2, erbaut von BBC/Saurer. Diese "Mutz" genannte Lokomotive kam dann zur Sihltalbahn, wo ich sie am 14. Dezember 2019 in Sihlwald zusammen mit dem BDe 4/4 592 ablichten konnte.


Auch diese gut zwei Stunden rund um die Baustelle Wabern gingen zügig vorüber, denn eine Baustelle ist immer kurzweilig und zugleich informativ. Ab Fahrplan 2021 profitieren die Bahnkunden nicht nur von einer modernisierten S-Bahnstation sondern auch von einer zusätzlichen Fahrplanstabilität. Denn die Bahnlinie der ehemaligen GTB dient nicht nur dem Berufsverkehr sondern auch dem oberen Gürbetal als Ausflugs- und Naherholungsgebiet, welches mit der von der BLS betriebenen S-Bahn Bern mit einem attraktiven Angebot erreicht werden kann.

Für die Verfassung dieser Reportage konnte ich u.a. auf drei Hauszeitschriften der BLS aus den Jahren 1977, 1981 und 1983  sowie auf das Heft 5 "Die Gürbetalbahn" von Prof. Dr. iur. Fritz Volmar u.a. Direktor der BLS und deren mitbetriebenen Linien von 1926-1945, der damaligen Schweizer Beiträge zur Verkehrswissenschaft von 1941 zurückgreifen, welche mir von meinem Vater zur Verfügung gestellt wurden. 

Mit diesen Bilder aus der Gemeinde Köniz, wo Wabern bei Bern dazugehört, wünsche ich Euch allen noch ein schöner Nachmittag.





Die Achenseebahn


Inmitten der aktuellen Situation (Corona) erhielten wir viel über die Achenseebahn und deren aktuellen Situation zu lesen.

https://www.akv.at/insolvenz/1310801/achenseebahn-aktiengesellschaft.php

https://tirol.orf.at/stories/3043616/

Weiter findet man dazu noch Aufsätze in der Schweizer Eisenbahn-Revue/Eisenbahn Österreich 5/2020 sowie in der Rubrik Neues in Kürze in der aktuellen Ausgabe des Eisenbahn Amateurs.

Ich werde in dieser Reportage diese Aufsätze nicht zusätzlich ergänzen, da ich erstens die aktuelle Situation der Achenseebahn zu wenig kenne sowie in der dazu gehörenden Österreichischen Rechtsprechung nicht kundig bin, sondern ich sende Euch dazu die Bilder von der Achenseebahn, welche ich während meinem Tagesausflug vom 29. Juni 2019 machen konnte wo ich die Bahn/Region mit Hannes Eisenbahnfreunde besuchte.

Auf dem Bild 8491 beginnen wir "schweizerisch" mit der im Hebst 2018 für einen symbolischen Preis von den Appenzeller Bahnen übernommenen Pendelzug-Komposition BDeh 4/4 15 und ABt 115 von 1981 auf Gleis 1 im Bahnhof Jenbach. Die Achenseebahn beschaffte diese fünf Pendelzug-Kompositionen für den geplanten elektrischen Betrieb sowie für die ebenfalls geplante Streckenverlängerung bis Pertisau. Weiter herrschte an diesem prächtigen Samstag bei der Achseebahn viel Betrieb wie auf dem Bild 8493 mit dem Blick auf deren Depot/Werkstätte in Jenbach mit dem "Appenzeller" BDeh 4/4 12 sowie der 1889 von der Wiener Lokomotivfabrik AG in Florisdorf beschafften Dampflokomotive 1 der Bauart Bzt-n2 und der "Nachzüglerin" Lok 4, welche 2003/2004 von der Achseebahn nach den Originalpläne nachgebaut wurde. Eine schöne Typenaufnahme dieser nun über 130 Jahre alten Dampflokomotiven sehen wir auf dem Bild 8494 mit der Lok 1 im Bahnhof Jenbach wo das Laufwerk bei der aktuellen Belichtung entsprechend zur Geltung kommt ,befördern dieses Lokomotiven doch zwei Wagen auf einer Steigung von bis zu 160 Promille (!) mittels Zahnstangensystem Riggenbach.


Nach einer 50-minütigen Fahrt erreichte der am 29. Juni 2019 ausgebuchte Dampfzug, befördert von der Lokomotive 4 die Endstation Seespitz nach 6,742 km Fahrt auf 931 Meter über Meer Schwellenhöhe, weiter fällt auf das die Lokomotive ab Eben (970 m ü M) vor den Zug gespannt wurde. (Bild 8495) Während dem auf dem nachfolgenden Bild 8496 die Ausflügler das schöne Wetter am Achensee geniessen kümmert sich das Lokpersonal um "ihre Lok" vor der Rückfahrt nach Jenbach, leider ist im Bildrand rechts auch die starke Automobilkonkurrenz ersichtlich, was der Achenseebahn auch zu schaffen macht.


Am Nachmittag erreichte ich nach der Achensee-Schiffahrt von Scholastika her wieder den Bahnhof Seespitz mit dem parat stehenden Dampfzug mit Lok 4, wo wir auf dem Bild 8497 einen Blick in den Führerstand werfen können. Auf dem Bild 8498_I vor der Abfahrt nach Jenbach herunter beachten wir die Lok 4 am Achensee. Das Abschlussbild 882877 dieser Reportage widmen wir dem Achensee und seiner Schifffahrt sowie auf Pertisau mit dem Zwölferkopf, der Dristenkopf und dem Sonnjoch.


Es bleibt zu hoffen, dass für die Achseebahn eine nachhaltige Lösung zu deren Sicherung gefunden wird, denn ein Ausflug mit Eisenbahn und Schiff an den Achensee und deren Region gehört eigentlich zu jedem Tirol-Urlaub.

Ein grosser Dank spreche ich hier unserem lieben Eisenbahnfreund Johannes Zrust aus, welcher den Ausflug vom 29. Juni 2019 organisierte sowie die zwei Links zur aktuellen Situation der Achenssebahn zustellte. Weiter konnte ich für diese Reportage noch auf den Band 10 des Eisenbahn-Bildarchiv des Eisenbahn Kuriers zurückgreifen.

Mit diesen Bildern von der Achenseebahn vom letzten Sommer wünsche ich Euch allen noch ein schöner Nachmittag und bleibt weiterhin alle gesund !



Fahrzeugeinsatz bei Bernmobil


Liebe Eisenbahnfreunde

Wie Ihr alle wisst hat das Coronavirus auch Auswirkungen auf den öffentlichen Verkehr mittels Fahrplanausdünnungen und zwar nicht nur bei der Eisenbahn, sondern auch bei den städtischen Verkehrsbetrieben, welche ja auch Tramlinien betreiben.

Bei uns in Bern führten die Anpassungen bei Bernmobil seit dem dem 21. März d. J. auch zu einer Mutation betreffend  Fahrzeugeinsätze auf der Linie 7 vom Ostring nach Bümpliz. Mehr dazu auf dem aktuellen Link von Bernmobil: https://www.bernmobil.ch/DE/Fahrplan-Netz/Verkehrsinformationen/10328/?oid=20381&lang=de&fuseaction=vorschau entnommen werden.

Am Abend des 02. Aprils d. J. sah ich bei meinem Abendspaziergang nach dem Home Office bei uns in Bümpliz den XL-Combino, Be 6/8 662 im Einsatz auf der Linie 7 (Bild _002) Dieses Bild animierte mich einen Bericht über die aktuellen Einsätze der Trams bei uns im Westen Bern zu verfassen, warum? Wie Ihr alle wisst verkehrt seit dem 12. Dezember 2010 das Tram Bern West wo der Westen von Bern (Stadtteil VI) mit den Durchmesserlinien 7: Ostring - Bern Bahnhof - Bümpliz und 8: Saali - Bern Bahnhof- Brünnen Westside ins bernische Tramnetz integriert wurde und zugleich auch zu einem Aufschwung in Bethlehem und Bümpliz verhalf und zwar nicht nur verkehrstechnisch sondern auch gesellschaftlich. Zur Eröffnung des Tram Bern West und für die Ablösung der Be 8/8 711-726 von 1973 wurden die Be 6/8 651-671 (XL-Combino) beschafft, so dass bei Bernmobil aktuell folgende Fahrzeugflotte im Einsatz stehen: 

  • Be 4/8 731-742, ACMV/Uerd-Krefeld/ABB mit 52 Sitzplätze, Inbetriebsetzung 1989-1990, LüP: 31'140 mm

  • Be 4/6 753-759, Siemens mit 63 Sitzplätze, Inbetriebsetzung 2002-2003, LüP: 31'480 mm

  • Be 6/8 751-752 und 760-765, Siemens mit 80 Sitzplätze, Inbetriebsetzung 2003-2004, welche 2009 aus den als Be 4/6 gelieferten Fahrzeuge mit 2 Modulen zu Be 6/8 erweitert sowie noch mit der Zugsicherung für den Einsatz auf der Linie 6 vom Fischermätteli via Bern Bahnhof nach Worb Dorf ergänzt wurden. LüP: 41'290 mm

  • Be 6/8 651-671, Siemens mit 78 Sitzplätze, Inbetriebsetzung 2009-2010, LüP: 41'450 mm.

So wird seit der Eröffnung des Trambetrieb in den Stadtteil VI die Linie 7 nach Bümpliz mit den Vevey-Trams, Be 4/8 731-742 und den Combino, Be 4/6 753-759 betrieben und die Linie 8 nach Brünnen ins Westside mit den XL-Combinos, Be 6/8 651-671 sowie den 2009 erweiterten Combinos des Typs Be 6/8 751-752 und 760-765. So sind Einätze der XL-Combinos auf der Linie 7 wirklich sehr selten, etwa mal ein Kurs in den abendlichen Hauptverkehrszeiten. Infolge Anpassung des Fahrplanes aus aktuellen Gründen sowie des dazu gehörenden Social Distancing verkehren nun auf dem "Siebner" wie wir bei uns Bern so schön sagen auch die XL-Combinos, welche nicht nur designmässig eleganter wirken, sondern für die Fahrgäste auch ein angenehmeres Fahrverhalten gegenüber den Be 4/6 753-759 aufweisen.


Die folgenden 10 Bilder sollen Euch nicht nur die Trams bei uns in Bümpliz zeigen, sondern auch ein kleiner historischer Rückblick zu Bümpliz. Auf dem Bild _004 vom 04. April d.J. sehen wir den 2004 erweiterten Be 6/8 765 unterwegs auf der Bottigenstrasse in Richtung Ostring. Rechts sehen wir die Trämeler Metzgerei, welche in den 2010er Jahren vom Kirchenfeld nach Bümpliz zog. Ein paar Minuten später erwischte ich ebenfalls auf der Bottigenstrasse mit dem Bild _005 den Be 4/6 758 nach der Ausfahrt Bachmätteli in Richtung Endstation Bümpliz. Links sehen wir das Restaurant Schützenhaus, welches seit 1868 in Bümpliz steht. Leider muss die "Schüdere" wie sie bei uns in Bümpliz genannt wird, einem mehrstöckigen Neubauprojekt mit Wohn- und Gewerbeflächen weichen, so wird Bümpliz wieder um ein historisches Objekt ärmer. Nach gut fünfminütigem Fussmarsch erreichte ich den geschichtsträchtigen Hügel des Bienzgutes, wo wir auf dem Bild _006 den Be 6/8 662 im Verkehrsknoten Bernstrasse/Keltenstrasse/Brünnenstrasse in Fahrrichtung Endstation sehen. Links sehen wir die die 1911/1912 nach den Plänen des Architekten Karl Indermühle (1877-1933) erbauten Gebäude an der Ecke Brünnen-/Keltenstrasse wo lange auch der Polizeiposten ansässig war und rechts das 1854 nach einem Blitzeinschlag von 1852 wieder aufgebaute Bauernhaus Bienzgut, welches seit 1998 einen wichtigen Stellenwert als Begegnungszentrum bei uns in Bümpliz einnimmt.


Zwei Tage später, 06. April d. J. konnte ich am gleichen Verkehrsknoten den Be 6/8 670 von der Seite "Coop" ablichten. Neben der Werbefolie des langen Combinos werfen wir auf dem Bild _009 auch ein Blick auf den umplatzierten Dorfbrunnen und auf das auch von Karl Indermühle entworfene Gebäude der Apotheke und Drogerie Dr. Gurtner AG von 1910, welches 1932 mit dem Anbau mittels Flachdach ergänzt wurde. Dahinter die Matthäuskapelle und das Hochhaus der 1965 erbauten Siedlung Schwabgut sowie rechts nochmals auf das Bienzgut. Am 07. April 2020 konnte ich an der Endstation am Rehhagwald die beiden Vevey-Trams Be 4/8 733 und 738 ablichten, da im aktuellen Fahrplan von Mo-Sa auf der Linie 7 acht Umläufe figurieren, kommen die TramfüherInnen an der Endstation Bümpliz zu einer längeren und auch verdienten Pause. (Bild _011) Gleichentags konnte ich gut 10 Minuten später an der Abendsonne beim Blumenpark vor dem Friedhof Bümpliz den Be 6/8 660 im Bild _012 festhalten, was farblich einen schönen Kontrast ergab. Auf dem Bild _014 sehen wir am 11.April 2020 den Be 4/6 753 an der Haltestelle Bachmätteli, wo wir auch die freundliche Umgestaltung seit der Einführung des Tram Bern West wahrnehmen. Weiter werfen wir wie bereits beim vorherigen Bild einen Blick auf die weissen Türen, welche vor allem den sehbehinderten Fahrgäste das Einsteigen erleichtern sollen. 


Nachdem ich nun alle vier Tramtypen von Bernmobil in diesen Bericht integriert habe, sind die drei folgenden Bilder auch ein wenig persönliche. Denn wenn schon XL-Combinos nach Bümpliz fahren, darf natürlich das YB-Tram nicht fehlen. Und am Ostersamstag kam es...auf dem Bild _016 sehen wir den jüngsten Spross von Bernmobil. der am 12. November 2010 aus Wien übernommene Be 6/8 671 im Bachmätteli in Fahrrichtung Endstation wo wir an der Seite des Modul 7 die 13 Titelgewinne des BSC Young Boys entnehmen, Gut vier Stunden später sehen wir das "Meistertram" auf dem Bild _028 auf der Bottigenstrasse in Fahrrichtung Ostring kurz vor der Haltestelle Statthalterstrasse, Wahrscheinlich handelt es sich hier eine der wenigen Einsätze der YB-Trams auf der Linie 7 seit dem 22. September 2019....Das Abschlussbild _029 zeigt am Ostersonntag (12. April 2020) am gleichen Fotostandpunkt das jüngste Werbetram in Bern und zwar den Be 6/8 657 welcher seit dem 25. Februar 2020  für den Dienstleister www.FinanceScout24.ch wirbt.


Für die Verfassung dieser Reportage konnte ich u. a. auf die Fachliteraturen wie "Tram Bern West" 120 Jahre öffentlicher Nahverkehr in Bern von Urs und Jürg Aeschlimann und auf die Nachschlagewerke vom Verein Rollmaterialverzeichnis Schweiz (VRS)  "Tram" 11.2019-01.2020 sowie auf die HP von Bernmobil betreffend den technischen Details zu den Fahrzeugen zurückgreifen sowie auf die Publikationen "Altes Bümpliz" von Paul Loeliger und den beiden Bümplizer Geschichten von Max Werren zur historischen Beifügung von Bümpliz.



BLS Saaneviadukt Sanierung


Aktuell wird bei der BLS viel in die Infrastruktur investiert. Dazu gehört auch die Sanierung resp. Erneuerung des Saaneviadukts auf der Linie Bern - Neuenburg oder der "Direkten". Mehr darüber kann auf der Homepage der BLS unter dem Link https://www.bls.ch/de/unternehmen/projekte-und-hintergruende/bauprojekte/saaneviadukt entnommen werden. 

Der Saaneviadukt, welcher in einer Höhe von 25 m in 27 Bogen das Saanetal bei Gümmenen sowie mit einem Stahltragwerk von 63 m Länge überquert, war mit seiner Gesamtlänge von 393 m anlässlich der Eröffnung der ehemaligen Bern-Neuenburg-Bahn (BN) der längste Viadukt seiner Art in Europa. Dass dieser Viadukt, wo die Pfeiler und Gewölbe in Natursteinmauerwerk ausgeführt wurden, eine Handfertigkeit, mit der Stein auf Stein bis in deren Höhe gesetzt wurde verdient noch in der heutigen Zeit unsere Bewunderung resp. den Respekt an die damaligen Bahnerbauer.

Dieses Bauwerk, welches wir heute und in Zukunft weiter bewundern können, wurde in ein von insgesamt fünf (!) Streckenvarianten von Bern nach Kerzers ab 1874 bis in 1890er Jahre projektiert. In allen fünf Varianten musste die Sanne überquert werden, hier mit dem kurzen Beschrieb der fünf Projekte:

- Bern - Zollikofen - Hinterdettigen - Wohlen - Wohlen-Wasserkraftwerk Mühleberg - Wileroltigen - Kerzers (Jura-Industrie Welti)

- Bern - Bümpliz Süd -Thörishaus - Neuenegg (ohne Senseüberquerung - daher auf Berner Boden) - Laupen - Biberen - Ferenbalm - Kerzers (von Graffenried)

- Bern - Bümpliz Süd - Niederbottigen - Riedbach - Frauenkappelen - Buttenried - Gurbrü - Kerzers (James Ladame)

- Bern - Stöckacker - Bümpliz Nord - Rosshäusern Dorf mit kurzen Rosshäuserntunnel - Gümmenen - Ferenbahm - Kerzers (A. Beyeler Variante 1)

- Bern - Stöckacker - Bümpliz Nord - Riedbach - Rosshäusern Station mit langem Rosshäuserntunnel (1901 - 2018 mit 1103 m Länge und seit 2018 durch den jetzigen Tunnel mit 2060 m Länge) - Rüplisreid-Mauss (Haltestelle 2002 aufgehoben) - Gümmenen Station (Klein Gümmenen) - Ferenbalm-Gurbrü (Haltestelle Ende 2018 aufgehoben) - Kerzers. (A. Beyeler Variante 2)

Mit Variante 2 von Ingenieur A. Beyeler entstand auch die heutige Streckenführung von Bern nach Kerzers wo neben dem Rosshäuserntunnel und Saaneviadukt auch noch der 430 m lange Faverwaldtunnel nach Gümmenen ausgebrochen werden musste sowie noch der 300 m lange Oberfeldtunnel vor Kerzers.

Nun investiert die BLS 53 Millionen Schweizer Franken in die Erneuerung des nun gut 120 Jahre alten Viadukts verbunden mit dem Ausbau auf Doppelspur. Doch die BLS schaute nicht etwa knapp 120 Jahre zu um nun zu sanieren. Denn schon bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden die Fugen des Viadukts durch das kalkarme Regenwasser von innen und aussen ausgewaschen und zerstört. Dazu kam noch der Frost, welcher die Zerstörung beschleunigte. Warum kam es dazu: Denn für die Vermauerung kannte man in der Zeit des Bahnbaues nur Kalk als Bindemittel und weiter hatte man der Entwässerung des Viaduktes nicht die notwendige Aufmerksamkeit geschenkt. So führte die damalige BN in den Jahren 1958 - 1980 eine Sanierung in mehreren Etappen durch. So wurde u. a. ein isolierter Eisenbeton-Schottertrog eingebaut. Weiter wurden die Pfeiler und das Gewölbe abgedichtet und den oberen Teil des Viadukts verstärkt. Die Sanierungskosten beliefen sich auf insgesamt 1,6 Millionen Schweizer Franken. Um die Finanzlage der damaligen BN nicht zu strapazieren, wurden in einem 2-Jahres-Intervall je ein Abschnitt von ca. 50 m Länge erneuert.

Da nun seit dieser Sanierung auch schon wieder 40 - 62 Jahre vergangen sind und das 63 m lange Stahlfachwerk nun an sein Lebensende gekommen ist, kommt es nun zur jetzigen Sanierung resp. Erneuerung, wo laut BLS der Erhalt der Bausubstanz im Vordergrund steht. Da das Bauwerk zu Recht unter einem Schutzstatus steht, wurden bei der Projektierung auch die zuständigen Kommissionen von Denkmal- und Heimatschutz einbezogen. Ab dem Herbst 2018 begannen die ersten Arbeiten. So muss der 1958 - 1980 eingebaute Gleistrog auch wieder ersetzt werden. Weiter werden auch die Pfeiler saniert. Bei sechs von insgesamt 27 Pfeiler wird das Fundament verstärkt, hier kommt dann die "Handarbeit" zum Zug wo u. a. einzelne Steine ersetzt werden und bei den andern werden "Plomben" angebracht. 

Die sechs Bilder vom 22. Februar 2020 zeigen einen Augenschein der Baustelle. So sehen wir auf dem Bild 8756 die Arbeiten an den Brückenpfeiler, wo übrigens keiner ersetzt wird mit dem von der Re 465 006-5 geführten RE 3927, La Chaux-de-Fonds - Bern, sowie dem Plakat wo auf die Erneuerung des Viaduktes hinweist. Weiter wurde am 18. Februar d. J. mittels einem 1200 Tonnen schweren und 56 m hohen Raupenkran die neue 340 Tonnen schwere Stahlbrücke auf ein 20 m hohes provisorisches Gerüst gehoben resp. platziert. Die Bilder 8758, 8759, 8760 und 8761 zeigen Nahaufnahmen vom Raupenkran, sowie beide Stahltragwerke zusammen mittels der S5-15857 von Neuchâtel und Murten nach Bern bespannt mit zwei RABe 525. Vom 05. Juli bis und mit 09. August 2020 erfolgt dann die Intensivbauphase mittels Streckensperrung wo dann das jetzige Tragwerk demontiert wird und die neue Brücke in ihre definitive Position eingeschoben wird. Weiter bietet die BLS ab dem 16. Mai d. J. dazu auch Baustellenbesichtigungen an, hoffen wir dass wir dazu das Corona entsprechend weiter in Griff kriegen, damit man einen Augenschein auf dieses Bauwerk werden kann. 

Das Abschlussbild dieser Reportage (8765) zeigt einen Gesamtüberblick von der Kantonsstrasse bei Klein Gümmenen auf die Baustelle mit einem EW III-Pendelzug sowie den Freiburger Alpen im Hintergrund. Die Baustelle kann zu Fuss vom Fotostandort mittels Feldweg (unten rechts im Bild) erreicht werden.


Um diesen Bericht anzufertigen, konnte ich u.a auf die Hauszeitschrift der BLS (3/1978) von meinem Vater zurückgreifen, sowie der Publikation Bern-Neuenburg-Bahn von Florian Inäbnit und Jürg Aeschlimann, der SER 4/2020, zwei Zeitungsreportagen aus der "Berner Zeitung" und "Freiburger Nachrichten" sowie auch auf die BLS-Homepage, welche sehr informativ auf ihre aktuelle Bauprojekte hinweist.

Mit diesem auch z. T. historischen Rückblick zum Saaneviadukt auf der BN mit Bilder von einer ersten Bauepoche zum durchgehenden Doppelspurausbau Bern - Gümmenen, wo alles dazu vom Link im ersten Abschnitt der Reportage entnommen werden kann, wünsche ich Euch allen trotz aktueller Situation alles Gute und bleibt vor allem alle gesund!




Wassereinbruch in Lötschberg-Basistunnel


Wir Ihr sicher alle mitbekommen habt, wurde am 06. Februar d. J. im Doppelspurabschnitt des 34‘577 m langen Lötschberg-Basistunnels zwischen Ferden und St. German ein Wassereinbruch festgestellt. Verursacht wurde dies laut BLS infolge deutlich mehr Bergwasser als normalerweise. Ein ausführlicher Bericht inkl. Verlinkung zu Social Media kann dazu unter www.bahnonline.ch entnommen werden.Da voraussichtlich bis am 21. Februar 2020 der LBT nur eingeschränkt befahren kann unternahm ich am Samstag, 08. Februar d. J. einen Augenschein an der Lötschberg-Scheitelstrecke. So wurden an diesem Datum sämtliche EC- und IC-Züge der Relation Brig – Bern – Basel SBB über die Bergstrecke umgeleitet wie auch der auf dem Bild 8745 im winterlichen Kandersteg durchfahrende EC 52, Milano C – Bern – Basel SBB – Frankfurt (Main) Hbf mit den SBB-RABe 503 016-4 und 015-6 (sbb-intern als Astoro bezeichnet) auf dem Gleis 1 vor den wartenden Reisenden für den folgenden RE 4272 nach Bern, herrschte an diesem  Wochenende starker Hin- wie auch Rückreiseverkehr. Infolge verspäteter Ankunft aus Italien verkehrte dieser EC mit ca. 20 Minuten Verspätung. Links im Bild sehen wir noch das Lokdenkmal von der Dienstbahn zum Bau der Lötschberg-Bergstrecke aus den Jahren 1907-1913 sowie dahinter das Steg- und Gällihorn. Weiter herrschten an diesem Tag auch starke Frequenzen am Autoverladeverkehr wie auf dem Bild 8748 wo die Re 4/4 178 nächstens wieder einen zu 100% ausgelasteten Autopendelzug in Richtung Goppenstein befördern.wird. Weiter werfen wir noch ein Blick in den Führerstand der heute auch schon 47 jährigen Lokomotive mit Apparaturen von der damaligen Brown, Boveri & Cie. (BBC), eine Technik welche sich auch heute nach wie vor mehr als nur gut bewährt. Auch Güterzüge wurden an diesem Datum vermehrt über die Bergstrecke geführt wie auf dem Bild 8749 wo die SBB-Re 620 012-5 und Re 4/4 II 11269 einen Containerzug von Domodossola II in Richtung Weil am Rhein befördern. Dahinter das Rinder-und Steghorn.


Auch an der Südrampe herrschten schöne Wetterverhältnisse. Auf dem Bild 8750 sehen wir den saisonalen Zusatz-RE 4550, Brig - Münsingen mit einer ehemaligen RM-Pendelkomposition bestehend aus dem RBDe 566 II 239-0, B-Lego und ABt 939 während dem Zwischenhalt in Ausserberg. Dahinter das Glishorn.  Auf dem folgenden Bild 8751 werden wir einen Blick auf die Station Ausserberg hinunter mit dem durchfahrenden SBB-EW IV-Pendelzug als umgeleiteten IC 1076, Domodossola - Brig - Basel SBB mit Blick nach Visp umgeben von den Berggipfel Bortelhorn, Monte Leone und Glishorn sowie ein Blick ins Saastal mit den Ortschaften Stalden und Visperterminen. Das letzte Bild dieser Reportage widmen wir nochmals dem Thema, nämlich dem Wassereinbruch im LBT, wo am 06. und 07. Februar d. J. auch einige Lokomotivien/Züge während den Durchfahrten "etwas mitbekommen" haben wie die SBB-Re 460 094-6 - hier auf dem Bild 8753 vor einem Zusatzmodul bestehend aus SBB-Reisezugwagen des Typs EW IV im Bahnhof Brig.


Zu erwähnen ist noch dass an diesem 08. Februar 2020 die fahrplanmässigen Züge an der Lötschberg-Bergstrecke alle pünktlich verkehrten, man bedenke der Lötschberg-Scheiteltunnel kann infolge Bauarbeiten auch nicht entsprechend flexibel befahren werden, dazu kommen noch die umgeleiteten EC/IC der Relation Brig - Basel SBB sowie auch die Güterzüge dazu, hier gebührt allen beteiligten Eisenbahner ein grosser Dank. Sei dies in den BLZ oder auch an der "Front" wie z.B. in Kandersteg am Autoverlad oder in Brig wo man Eisenbahner mit Herz bei deren Arbeiten verfolgen konnten !. 

Dazu zeigt sich einmal mehr dass trotz den Basistunnels (GBT/LBT) die Bergstrecken nach wie vor wichtige Achsen sind, die BLS unterstreicht dies indem sie die Lötschberg-Bergstrecke nicht nur unterhält sondern auch ausbaut, wie z. B. im Scheiteltunnel wo aktuell die Fahrbahn total erneuert wird.


 
 
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