Schweizerischer Eisenbahn-Amateur-Klub Zürich SEAK

Die Vereinigung der Eisenbahnfreunde

 
 


Aufnahmen und Text Bernhard Ledermann


Interessantes aus dem Haslital


Für ein Buchprojekt eines Eisenbahnfreundes fuhr ich am 25. Mai 2019 nach gut 25 Jahren (!) wieder mal vom Meiringen mit der MIB in Richtung Innertkirchen. Bei der Meiringen-Innertkirchen-Bahn (MIB), gut 4,99 km lang, mit 1200 Volt Gleichstrom betrieben, hat sich gerade in diesem Jahrzehnt rollmaterialmässig die eine oder andere Veränderung ergeben, mehr davon kann auch online https://de.wikipedia.org/wiki/Meiringen-Innertkirchen-Bahn entnommen werden oder auch via die Grimselwelt, https://www.grimselwelt.ch/bahnen/mib

 

Beginnen wir die Bildreportage im östlichen Berner Oberland mit dem jüngsten Spross der MIB. Auf dem Bild 8318 sehen wir den im November 2018 von der MIB übernommene Be 2/6 13 auf dem Gleis 13 in Meiringen als Zug 9932 in Richtung Aareschlucht – Innertkirchen. Dieser GTW (Gelenktriebwagen) wurde 1997 von Stadler als Be 2/6 7004 an die damalige CEV geliefert und letztes Jahr von der MIB käuflich erworben und entsprechend umgebaut. Das MIB-Gleis 13 (durchgehendes Gleis zur zb) im Bahnhof Meiringen wurde im Dezember 2010 dem Betrieb übergeben.


Auf dem zweiten Bild (8319) sehen wir den blauen GTW in Innertkirchen Grimseltor (Bahn-Kilometer 4,44) wo er wendete und dann als Zug 9933 durch die Aareschlucht, welche er mit dem 1502 m langen Kirchet durchtunnelte und zurück nach Meiringen gelangte. Das Bild wird durch den 1849 m ü. Meer hohen und markanten Pfaffenkopf abgerundet. Die MIB (Kursbuch-Linie 474) bietet den Reisenden auf diesen 4,44 km einen Halbstundentakt an während dem die restlichen 550 Meter zum Endbahnhof Innertkrichen MIB z. T. neben dem Halb- auch im Stundentakt gefahren wird, vor allem nachmittags wie auch an Wochenenden. Denn bei Innertkirchen MIB befindet sich auch der Hauptsitz der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO), welcher in der Region viele Arbeitsplätze anbietet.


Auf dem kurzweiligen Fussmarsch gab es weiter Interessantes abzulichten in der Bergwelt vor der 2246 m ü. Meer hohen Planplatte auf dem Bild 8320, zwar diverse Güter- und Dienstwagen, (Rollschemel) welche die MIB z. T. auch von der zb und BOB übernommen hat wie der blaue Schotterwagen Fa-u, welcher bei der BOB als gelben Fa-u 811 im Einsatz war. Vor dem Fa-u sehen wir den 1966 von der MIB übernommene Kk 6, erbaut 1898 von der SIG mit der typischen GF-Kupplung.


Im März 2011 übernahm die MIB, welche sich im Eigentum der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) befindet, von der CJ den De 4/4 402 von 1952, welcher zum Gem 4/4 12 umgebaut wurde und ab dem Juni 2011 dem Betrieb übergeben wurde. Davor durchlief das Fahrzeug bei den Jurabahnen (CJ) noch eine R3 per 17. Juni 2010. Auf dem nachfolgenden Bild (8324) sehen wir diverse Bahnutensilien wie u. a die vom tpf übernommenen Rollböcke Ua 982 und 937, Bauart Vevey sowie den legendären Akkumulatortriebwagen CFa (BDa) 2/2 5 von 1949, welcher 22 Sitzplätze aufweist. Seit seiner Ausserbetriebnahme im Jahre 1977 ist er im Areal des Hauptsitzes der KWO ausgestellt. Sein 10 Jahre älterer Brudertriebwagen 4 ist seit 1982 im Verkehrshaus Schweiz (VHS) ausgestellt. Die letzten beiden Bilder (8325 und 8327) widmen wir nochmals dem Be 2/6 13, welcher als Zugpaar 9934/9935 von/nach Meiringen im Einsatz war, dem Schneepflug X 10 von 1965 und dem 2003 von der CJ übernommene Triebwagen BDe 4/4 11, welcher in seinen ersten 50 Jahre im Jura als CFe/BDe 4/4 604 wertvollen dienst leistete. Sein Aussenanstrich basiert immer noch in den Farben der CJ, während dem der jüngste Spross (Be 2/6 13) für sein neues Einsatzgebiet im Haslital mit einem schönen blauen Aussendesign versehen wurde.


Zu erwähnen ist noch das die KWO, Besitzerin der MIB den Touristen in ihren Zügen auch zwei informative Gratisbroschüren zur Grimselwelt/Grimselerlebnis sowie auch Fahrpläne zum Mitnehmen anbietet und der Be 4/4 8, 1996 von Stadler an die MIB geliefert, war an diesem Datum betriebsfähig in der Remise in Innertkirchen MIB abgestellt.

Eines ist sicher klar, es wird nun keine 25 Jahre mehr dauern – bis ich wieder mit der MIB unterwegs ein werde, denn dafür ist die 4,99 km lange Schmalspurbahn (1000 mm) im östlichen Berner Oberland zu kurzweilig.

 
 
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