Schweizerischer Eisenbahn-Amateur-Klub Zürich SEAK

Die Vereinigung der Eisenbahnfreunde

 
 


Aufnahmen und Text Bernhard Ledermann



Die Kreuzungsstelle Eifeld


Mit der Einführung des Flügelzugkonzept „LÖTSCHBERGER“ (direkte Züge von Bern nach Brig/Zweisimmen) passte die BLS Ende 2008 die Fahrplanlage im Simmental entsprechend an.Bis Ende Fahrplan 2018 fanden die Zugskreuzungen zwischen den RE Interlaken Ost – Zweisimmen und den Regio Zweisimmen – Bern resp. umgekehrt in Wimmis statt. Bei Verspätungen wirkte sich dieser Kreuzungspunkt negativ auf die Fahrplanlage aus, vor allem bei den Anschlüssen in Spiez. Damit die BLS die Anschlüsse an den Fernverkehr in Spiez garantieren kann, wurde in der Zeitspanne von Juli 2017 – Dezember 2018 im Eifeld eine ca. 500 Meter lange Kreuzungsstelle gebaut.
 

Die Haltestelle Eifeld, Bahn-Kilometer 3,490 wurde 1925 von der damaligen Spiez-Erlenbach-Bahn (SEB) dem Betrieb übergeben. Zusammen mit der Erlenbach-Zweisimmen-Bahn (EZB) wurde dann per 01. Januar 1942 die Fusion zur Spiez-Erlenbach-Zweisimmen-Bahn (SEZ) vollzogen, in dieser Rechtsform existierte die SEZ bis 1997 wo sie dann in die BLS Lötschbergbahn einverleibt wurde resp. BLS AG in der jetzigen Rechtsform seit 2006. Mit der Erstellung der Kreuzungsstelle modernisierte die BLS zugleich die in die Jahre gekommene Haltestelle Eifeld und passte diese dem Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) an. Damit die Reisenden nun ebenerdig einsteigen können, wurde der Perron erhöht resp, ein höherer gebaut, welcher auch über eine Rampe zugänglich ist. Seine 150 Meter Länge ermöglichen zugleich dass Züge u. a. mit zwei RABe 535 nun problemlos anhalten können. Weiter wurde die neue Haltestelle Eifeld mit einem hellen, überdachten Wartebereich, einer Infowand mit Abfahrtsanzeige und einer Bahnhofsuhr versehen. Dazu wurde auch der Bahnübergang bei km 3,453 gesichert mittels einfacher Barriere und die Fussgängerüberführung über die A6 auf der Gleisseite angepasst, denn über diesen Bahnübergang führen auch markierte Wanderwege u.a. nach Spiez, Heustrich und Mülenen sowie nach Wimmis. 

Grund genug am 728. Geburtstag der Eidgenossenschaft (01. August 2019) im Eifeld einen Blick auf den „praktischen Betrieb“ zu werfen. So sehen wir auf dem Bild 8522 den EW III-Pendelzug als RE 4077, Interlaken Ost – Zweisimmen bespannt mit der Re 420 501-9 und Bt 993 auf dem bereits zweispurigen Abschnitt kurz vor dem Bahnübergang und Wartebereich mit dem Sigriswilergrat, Niederhorn sowie dem Wetterhorn, Berglistock und Schreckhorn...und dann auf dem Bild 8523 mit den beiden RABe 535 als R 6826, Zweisimmen – Spiez und auch hier beachten wir die Berner Alpen mit Eiger, Mönch, Jungfrau, sowie dem Morgenberghorn, der Schwalmern und Dreispitz sowie rechts wo dann der Niesen die Umgebung prägt. Weiter sehen wir auch die zwei Technikgebäude. Das nächste Bild (8526) wird durch die zwei Fluh’s nämlich der Burgfluh (links) und der Simmenfluh mitgeprägt, wo der RE 4076, Zweisimmen – Interlaken Ost mit der Re 420 502-7 und Bt 992 die Kreuzungsstelle hier in einem leichten Verspätungsfall voll ausnützen kann und auf dem Bild 8527 auf den Gegenzug, R 6829 mit dem RABe 535 105-1 nach Zweisimmen abwartet. Wir beachten auf dem Bild 8527 auch die Fahrleitung und Signalisation der Kreuzungsstelle in Blickrichtung Spiez. Auf dem Bild 8529 können wir einen Blick auf diesen Ausbau werfen mit dem 150 Meter langen Perron, welcher auch via Rampe erreichbar ist, dem überdachten Wartebereich, den mit beiden Technikgebäude, welche mit ihrem hölzernen Äusseren gut in die Landschaft passen sowie dem sanierten und mit Barriere gesicherten Bahnübergang bei Bahnkilometer 3,453. Das letzte Bild dieser Reportage (8530) zeigt den einfahrenden R 6828 mit den RABe 535 102-8 und 120-0 auf dem Gleis 1 mit dem überdachten Wartebereich. Wenn man dieses Foto genau betrachtet fragt man sich nun wo dann der Billettautomat ist? Der wurde nicht etwa vergessen, sondern bewusst ausgelassen, denn die BLS verzichtet mit den Anpassungen Ihrer Haltstellen im Simmental bewusst auf einen solchen Automat, denn die Reisenden können Ihr Billett ohne Aufpreis beim Zugspersonal lösen. Das ist sicher auch eine Win-win-Situation, auf der einen Seite werden die Regio im Simmental weiterhin begleitet, was sicher von vielen Bahnkunden begrüsst wird und weiter kann die BLS auch  Unterhaltskosten resp. Reparaturkosten für die Automaten einsparen. Abgerundet wir das Bild durch das Schloss Wimmis, welches um 1100 errichtet wurde und der 979 Meter über Meer hohen Burgfluh. Dieses Bauprojekt wurde unter anderem auch von Bund und Kanton Bern mitfinanziert.





Neues vom Lötschberg-Komitee


Bei nasskalten Temperaturen besichtigten 20 Teilnehmer des Lötschberg-Komitees am 28. Mai 2019 die Zukunft Bahnhof Bern (ZBB).

Nach dem Empfang durch Herrn Christian Aebi, Co-Amtsleiter bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern gelangten die Teilnehmer zum Infopavillon ZBB bei der Parkterrasse im 1. Stock, wo sie durch die Herren Benno Nussberger, Gesamtprogrammleiter Ausbau Bahnhof und Knoten bei den SBB und Tibor Gfeller, SBB-Oberbauleiter herzlich begrüsst und dazu detailliert zum Projekt Zukunft Bahnhof Bern www.zukunftbahnhofbern.ch informiert wurden. Nach der “Theorie” dislozierten die Teilnehmer des Lötschberg-Komitees in Begleitung von Herrn Tibor Gfeller nach Bern Wankdorf, wo dann die Besichtigung der Baustelle Entflechtung Wylerfeld auf dem Programm stand. Dort schaffen die Bauarbeiten die Voraussetzung, dass sich Züge auf verschiedenen Ebenen kreuzen können und die Pünktlichkeit und Kapazität zu erhöhen und zwar mit einer einspurigen Unterwerfung mit einer maximalen Neigung von 25 Promille. Die Bilder 2733_II zeigen Impressionen mit dem ICE 278, Interlaken Ost – Berlin Ostbahnhof, und der S31-16339, Bern Weissenbühl – Münchenbuchsee mit dem RABe 515 018-0 der bls. Weiter beachten wir dass das zukünftige Gleisprofil nach den Ausbauarbeiten vor den rot-weissen und der gelben Baucontainer vorbei führen wird. Das auch Bauarbeiten in sogenannten ”Stadtgebiet” anspruchsvoll sind zeigt das Bild 2735_II mit dem IR 2516, Luzern – Genève-Aéroport. Sicher eindrücklich sind auch die Bilder 2736_II und 2737_II, wo man einen Augenschein nehmen konnte, wo dann ab Dezember 2022 Züge durch die Unterwerfung in Richtung Berner Oberland/Emmental/Entlebuch fahren werden. Gut ist bereits das Profil für die einspurige Unterwerfung erkennbar, denn wir bedenken wie man es vom LBT und GBT kennt, kommt auch hier ein Tunnelprofil mit den entsprechenden bahntechnischen Installationen zum Zug. Weiter zeigen die Bilder 2736_II und 2737_II auch die Leistung der Menschen, welche bei jeder Wetter- und Temperaturlage hier eine hervorragende Leistung erbringen! Diese eindrückliche Besichtigung verdankten die Mitglieder des Lötschberg-Komitee an Herrn Tibor Gfeller für deren Organisation entsprechend. (Bild 2739_II)


Nach der Rückfahrt vom Wankdorf nach Bern und dem gemeinsamen Mittagessen, wo die vielen Eindrücke angeregt diskutiert wurden, gings zurück in den Infopavillon ZBB, wo die Herren Nussberger und eine kurze Tour d’Horizon über das Vormittagsprogramm vornahmen und dann vertieft auf das Bahnhofprojekt der ZBB eingingen mit Beantwortung von den Fragen der Teilnehmer.

Ebenfalls informativ war die Besichtigung des Modells des zukünftigen Bahnhof Bern mit dem Zugang Bubenberg mit dem neuen RBS-Bahnhof auf dem Bild 2019_05_28_008, welcher unterhalb der SBB-Gleise 2 bis 7 liegen wird und aus zwei grossen unterirdischen Hallen mit je zwei Gleisen und einem 12 Meter breiten Mittelperron ausgerüstet wird. Er wird den bestehenden RBS-Bahnhof aus dem Jahre 1965 ersetzen, welcher für rund 16’000 Bahnkunden pro Tag konzipiert wurde, heute benutzen ihn bis zu 60’000 Personen pro Tag!  Weiter erhält der Bahnhof Bern mit dem Zugang Bubenberg einen zweiten vollwertigen Hauptzugang. Auf dem Bild 2019_05_28_011 erkennen wir neben dem Zugang Bahnhofplatz auch mehr Licht im Bahnhof indem die SBB die Betonwand der Perronhalle beim Gleis 1 zum Burger-Spital durch eine Glaswand ersetzen (in der Bildmitte) so dass die Perronhalle heller resp. so den Reisenden eine angenehmere Atmosphäre ermöglicht werden kann. Weiter konnten die Teilnehmer mittels einer Virtual-Reality-Brille schon heute ein Blick in die neue Personenunterführung und den neuen RBS-Bahnhof werden. Das Abschlussbild 2019_05_28_013 zeigt die Gesamtansicht des Modells mit dem künftigen Bahnhof und was mit dem Projekt ZBB alles neu entstehen wird.


Dass das Projekt auf grosses Interesse stösst war nicht nur beim Lötschberg-Komitee festzustellen, sondern auch auf den Tag der offenen Baustelle, welchen die SBB am 25. Mai d.J. organisierten wo über 8000 Personen gezählt wurden. Weitere solche Tage planen die SBB auch zukünftig, denn ein Blick auf die Arbeiten/Projektpunkte steigert nicht nur das individuelle Interesse jedes einzelnen Besuchers sondern so stösst ein solches Projekt auch auf eine grössere Akzeptanz bei der Bevölkerung. Weiter können im Infopavillon auch informative Broschüren über die ZBB bezogen werden, auf welche der Verfasser dieser Reportage auch zurückgreifen konnte.

Ein grosser Dank für diesen interessanten Tag geht an die Herren Benno Nussberger und Tibor Gfeller von den SBB, Herrn Christian Aebi vom Kanton Bern für den Tagesablauf sowie an Herrn Yannick Parvex, Geschäftsführer ad interim vom Lötschberg-Komitee für deren Organisation.

Nach dem Empfang durch Herrn Christian Aebi, Co-Amtsleiter bei der Bau-, Verkehrs- 


Interessantes aus dem Haslital


Für ein Buchprojekt eines Eisenbahnfreundes fuhr ich am 25. Mai 2019 nach gut 25 Jahren (!) wieder mal vom Meiringen mit der MIB in Richtung Innertkirchen. Bei der Meiringen-Innertkirchen-Bahn (MIB), gut 4,99 km lang, mit 1200 Volt Gleichstrom betrieben, hat sich gerade in diesem Jahrzehnt rollmaterialmässig die eine oder andere Veränderung ergeben, mehr davon kann auch online https://de.wikipedia.org/wiki/Meiringen-Innertkirchen-Bahn entnommen werden oder auch via die Grimselwelt, https://www.grimselwelt.ch/bahnen/mib

 

Beginnen wir die Bildreportage im östlichen Berner Oberland mit dem jüngsten Spross der MIB. Auf dem Bild 8318 sehen wir den im November 2018 von der MIB übernommene Be 2/6 13 auf dem Gleis 13 in Meiringen als Zug 9932 in Richtung Aareschlucht – Innertkirchen. Dieser GTW (Gelenktriebwagen) wurde 1997 von Stadler als Be 2/6 7004 an die damalige CEV geliefert und letztes Jahr von der MIB käuflich erworben und entsprechend umgebaut. Das MIB-Gleis 13 (durchgehendes Gleis zur zb) im Bahnhof Meiringen wurde im Dezember 2010 dem Betrieb übergeben.


Auf dem zweiten Bild (8319) sehen wir den blauen GTW in Innertkirchen Grimseltor (Bahn-Kilometer 4,44) wo er wendete und dann als Zug 9933 durch die Aareschlucht, welche er mit dem 1502 m langen Kirchet durchtunnelte und zurück nach Meiringen gelangte. Das Bild wird durch den 1849 m ü. Meer hohen und markanten Pfaffenkopf abgerundet. Die MIB (Kursbuch-Linie 474) bietet den Reisenden auf diesen 4,44 km einen Halbstundentakt an während dem die restlichen 550 Meter zum Endbahnhof Innertkrichen MIB z. T. neben dem Halb- auch im Stundentakt gefahren wird, vor allem nachmittags wie auch an Wochenenden. Denn bei Innertkirchen MIB befindet sich auch der Hauptsitz der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO), welcher in der Region viele Arbeitsplätze anbietet.


Auf dem kurzweiligen Fussmarsch gab es weiter Interessantes abzulichten in der Bergwelt vor der 2246 m ü. Meer hohen Planplatte auf dem Bild 8320, zwar diverse Güter- und Dienstwagen, (Rollschemel) welche die MIB z. T. auch von der zb und BOB übernommen hat wie der blaue Schotterwagen Fa-u, welcher bei der BOB als gelben Fa-u 811 im Einsatz war. Vor dem Fa-u sehen wir den 1966 von der MIB übernommene Kk 6, erbaut 1898 von der SIG mit der typischen GF-Kupplung.


Im März 2011 übernahm die MIB, welche sich im Eigentum der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) befindet, von der CJ den De 4/4 402 von 1952, welcher zum Gem 4/4 12 umgebaut wurde und ab dem Juni 2011 dem Betrieb übergeben wurde. Davor durchlief das Fahrzeug bei den Jurabahnen (CJ) noch eine R3 per 17. Juni 2010. Auf dem nachfolgenden Bild (8324) sehen wir diverse Bahnutensilien wie u. a die vom tpf übernommenen Rollböcke Ua 982 und 937, Bauart Vevey sowie den legendären Akkumulatortriebwagen CFa (BDa) 2/2 5 von 1949, welcher 22 Sitzplätze aufweist. Seit seiner Ausserbetriebnahme im Jahre 1977 ist er im Areal des Hauptsitzes der KWO ausgestellt. Sein 10 Jahre älterer Brudertriebwagen 4 ist seit 1982 im Verkehrshaus Schweiz (VHS) ausgestellt. Die letzten beiden Bilder (8325 und 8327) widmen wir nochmals dem Be 2/6 13, welcher als Zugpaar 9934/9935 von/nach Meiringen im Einsatz war, dem Schneepflug X 10 von 1965 und dem 2003 von der CJ übernommene Triebwagen BDe 4/4 11, welcher in seinen ersten 50 Jahre im Jura als CFe/BDe 4/4 604 wertvollen dienst leistete. Sein Aussenanstrich basiert immer noch in den Farben der CJ, während dem der jüngste Spross (Be 2/6 13) für sein neues Einsatzgebiet im Haslital mit einem schönen blauen Aussendesign versehen wurde.


Zu erwähnen ist noch das die KWO, Besitzerin der MIB den Touristen in ihren Zügen auch zwei informative Gratisbroschüren zur Grimselwelt/Grimselerlebnis sowie auch Fahrpläne zum Mitnehmen anbietet und der Be 4/4 8, 1996 von Stadler an die MIB geliefert, war an diesem Datum betriebsfähig in der Remise in Innertkirchen MIB abgestellt.

Eines ist sicher klar, es wird nun keine 25 Jahre mehr dauern – bis ich wieder mit der MIB unterwegs ein werde, denn dafür ist die 4,99 km lange Schmalspurbahn (1000 mm) im östlichen Berner Oberland zu kurzweilig.

 
 
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